Berlin (dpa) l Deutschland steuert nach einem Medienbericht auf einen erheblichen Lehrermangel zu. Bundesweit sei bis 2030 mit einem durchschnittlichen Einstellungsbedarf von knapp 32.000 Lehrern pro Jahr zu rechnen, heißt es laut Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) in einer Prognose der Kultusministerkonferenz. Dem stünden jedoch nicht ausreichend Bewerber gegenüber. Jedes Jahr könnten Hunderte Lehrerstellen unbesetzt bleiben.

Über die Prognose wollen die Kultusminister der Länder auf ihrer am Donnerstag beginnenden zweitägigen Konferenz in Berlin beraten. Derzeit gibt es dem Bericht zufolge mehr als 798.000 Lehrer in Deutschland.

Vor allem Ostdeutschland betroffen

Der Mangel betreffe vor allem Ostdeutschland, heißt es weiter. In Sachsen-Anhalt sank schon in diesem Jahr die Unterrichtsversorgung auf unter 100 Prozent. Das Bundesland möchte mit Gehaltserhöhungen gegensteuern. Im vergangenen Schuljahr hatte der Unterrichtsausfall ein Rekordniveau erreicht. In Westdeutschland dagegen übersteige das Angebot an Lehrern den Bedarf im Zeitraum bis 2030 um 3,5 Prozent. Engpässe würden vor allem bei Berufsschulen und Lehrern mit sonderpädagogischer Ausbildung erwartet. Auch bei Grundschulen gebe es erhebliche Schwierigkeiten. Bei Gymnasiallehrern gebe es hingegen einen "deutlichen Bewerberüberhang".