Istanbul/Berlin (dpa) l Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein russischer Kollege Wladimir Putin haben bei einem bilateralen Treffen vor Beginn der Berliner Libyen-Konferenz die Bedeutung einer Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland betont. Erdogan forderte am Sonntag in einem live verlesenen Statement zudem ein Ende der "aggressiven Haltung" des Generals Chalifa Haftar.

Putin sagte, die Türkei und Russland hätten beide Konfliktseiten erfolgreich dazu aufgerufen, das Feuer einzustellen, und damit schon einen sehr guten Schritt unternommen. Der Agentur Interfax zufolge sagte er weiter: "Die großflächigen Kampfhandlungen haben aufgehört. Das ist aus meiner Sicht schon ein sehr gutes Ergebnis, das die Grundlage ist für das heutige multilaterale Treffen hier."

Erdogan und Putin zogen sich anschließend zu Gesprächen unter Ausschluss der Öffentlichkeit zurück. Am vergangenen Sonntag war unter Vermittlung von Russland und der Türkei eine vorläufige Waffenruhe in Libyen in Kraft getreten, die in den vergangenen Tagen weitgehend zu halten schien.

Ankara unterstützt im libyschen Bürgerkrieg die international anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch in Tripolis, Russland dagegen General Haftar, der in Ostlibyen seine wichtigste Machtbasis hat.