Im Herbst nämlich, wenn die Sachsen, Thüringer und Brandenburger über die Stärke der AfD in ihren Landtagen zu befinden haben. Die Flüchtlingsfrage ist der Klebstoff, der die Rechtskonservativen zusammenhält. Mit dem Verweis auf die spürbare Begrenzung der Zuwanderung hofft Seehofer, die Angstmache der AfD zu entkräften.

Im Vergleich zum Millionen-Ansturm von 2015 nehmen sich 185.000 Asylbewerber tatsächlich bescheiden aus. Nur ist das eben immer noch die Einwohnerzahl einer mittleren Großstadt. Deshalb wird weiter kleingerechnet: Nur noch 35 Prozent der Asylanträge hatten 2018 Erfolg, heißt es. Ja und? Packen die anderen Migranten etwa die Koffer und melden sich in die Heimat ab? Nein, sie bleiben da und tauchen häufig unter. Hier versagen die Behörden. Solange das so ist, hat Deutschland ein Flüchtlingsproblem.