Kopenhagen (dpa) l Dänemark hat sich offiziell bei in der Vergangenheit misshandelten Heimkindern entschuldigt. Im Namen ihres Landes möchte sie die Betroffenen um Entschuldigung dafür bitten, was sie im Kindesalter hätten erleben müssen, sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Dienstag auf einer formalen Entschuldigungszeremonie im Sommersitz Marienborg nördlich von Kopenhagen. Es sei zu Übergriffen in Heimen gekommen, bei denen der dänische Staat die Verantwortung für die Aufsicht gehabt und dabei versagt habe.

"Entschuldigung. Entschuldigung für das Unrecht, das gegen euch und eure Geliebten begangen worden ist. Im Namen Dänemarks: Entschuldigung", sagte Frederiksen sichtlich gerührt. Das Geschehene sei nicht die Schuld der Kinder, sondern die von Erwachsenen. "Erwachsene, die nicht eingegriffen haben."

Von 1946 bis 1976 waren Kinder im Knabenheim Godhavn im Norden der Region Seeland physischen, psychischen und auch sexuellen Übergriffen ausgesetzt gewesen, ohne dass der Staat eingegriffen hatte. Erst im Jahr 2005 waren die Fälle durch eine Dokumentation des dänischen Rundfunks ans Licht gekommen, 2011 legte ein Untersuchungsbericht das gesamte Ausmaß offen. Seitdem forderten die Opfer eine offizielle Entschuldigung. Frederiksen, die seit Ende Juni dänische Regierungschefin ist, hatte diesen Schritt seit Längerem versprochen.