Seoul (dpa) l Südkoreanische und US-Streitkräfte haben am Montag ihre bislang größte Luftwaffenübung begonnen. An dem fünftägigen Manöver „Vigilant Ace“ (wachsames Ass) sollen nach Militärangaben mehr als 230 Kampfflugzeuge einschließlich F-35-Tarnkappen-Jets der USA sowie etwa 12.000 Soldaten teilnehmen. Die bis Freitag stattfindende Übung soll die „Bereitschaft“ der beiden verbündeten Länder stärken. Laut bisher unbestätigten südkoreanischen Medienberichten könnten daran auch US-Langstreckenbomber des Typs B-1B teilnehmen.

Der chinesische Außenamtssprecher Geng Shuang warnte, die Lage auf der koreanischen Halbinsel sei „höchst sensibel“. In Peking sagte er: „Wir hoffen, dass alle relevanten Parteien mehr dafür tun, um den Konflikt zu entspannen und gegenseitige Irritationen vermeiden.“

Im November des vergangenen Jahres hatten mehr als 16.000 Soldaten und mehr als 200 Flugzeuge an der jedes Jahr stattfindenden Übung teilgenommen. Vor wenigen Tage hatte Nordkorea eine weitere Interkontinentalrakete gestartet, der Test war international scharf kritisiert worden. Das diplomatisch isolierte Land erklärte kurz danach, es könne jetzt das gesamte Festland der USA mit Atomsprengköpfen angreifen.

Der republikanische US-Senator Lindsey Graham hat unterdessen den Abzug von Familienangehörigen des amerikanischen Militärs aus Südkorea gefordert. „Angesichts der Provokationen Nordkoreas ist es verrückt, Kinder und Ehefrauen nach Südkorea zu schicken“, fügte Graham im Fernsehsender CBS hinzu. Derzeit sind rund 28.500 US-Soldaten in Südkorea stationiert. Grahams Einschätzung nach steigt nach den jüngsten nordkoreanischen Raketentests die Gefahr eines militärischen Konflikts zwischen den USA und Nordkorea.

Pjöngjang wirft den USA regelmäßig vor, durch ihre Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten. Südkorea weist dies zurück.