Der Osten muss eine Stärke ausspielen, um sich gegenüber dem Bund der Westländer durchzusetzen: einheitliche Vertretung seiner Interessen. Das fällt umso leichter, als Konzerne, um deren Investitionen in scharfer Konkurrenz gebuhlt werden müsste, weder auf der Matte stehen noch in Sicht sind. Die Regierungschefs zwischen Schwerin, Magdeburg und Dresden sind aber auf einen anderen Trichter gekommen: Den Staat als Investitionsträger selbst verstärkt in die Pflicht zu nehmen. Die wirtschaftliche Sogwirkung neu angesiedelter Bundesbehörden kann in der Tat wirtschaftliche Impulse geben – begrenzt.

Den großen Wurf, auf den alle seit fast 30 Jahren warten, ist eine Illusion. Zu den gangbaren kleinen Schritten gehört der Plan, Modellregionen zu schaffen, in denen die Überregulierung abgeschafft wird. Was das bewirkt, hat das frühere Investitionsvorranggesetz gezeigt. Ohne dieses Instrument wäre Ostdeutschland vielleicht noch immer eine große Grauzone.