Hamburg (dpa) l Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg hat die Polizei die Öffentlichkeitsfahndung abermals ausgeweitet. Sie veröffentlichte am Donnerstag auf ihrer Website Fotos von 53 unbekannten Tatverdächtigen, darunter zwei Frauen. Die Gesuchten stünden im Verdacht, Straftaten von erheblicher Bedeutung begangen zu haben, hieß es. Jede einzelne Ausschreibung sei von einem Amtsrichter genehmigt worden. Voraussetzung sei, dass eine vorhergehende interne Fahndung der Polizei erfolglos geblieben sei.

Vor knapp einem Jahr hatten Polizei und Staatsanwaltschaft erstmals eine Öffentlichkeitsfahndung nach mutmaßlichen G20-Gewalttätern begonnen. Weitere Aktionen folgten im Mai und August. Seit September bittet die Hamburger Polizei außerdem europaweit um Hinweise zu vier Tatverdächtigen, die bereits Teil der ersten beiden Fahndungsaktionen waren. Insgesamt wurden damit innerhalb eines Jahres die Fotos von 334 Personen veröffentlicht.

Die Ermittlungsgruppe "Schwarzer Block" führt derzeit rund 3500 Verfahren, die meisten gegen unbekannte Tatverdächtige. In 780 Fällen davon ermitteln die Fahnder gegen etwa 880 namentlich bekannte Personen.