Dresden (dpa) l Zwei Beamte des sächsischen Spezialeinsatzkommandos (SEK) haben den Namen des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt als Tarnbezeichnung verwendet. Der Name des Mitglieds der NSU-Terrorzelle sei bei einem Einsatz rund um den Besuch des türkischen Präsidenten in Berlin aufgetaucht, teilte das Landeskriminalamt (LKA) in Dresden mit.

Die Betroffenen sollten nach den Angaben einen Aliasnamen wählen und damit ein Zutrittsdokument bekommen. Nähere Angaben machte das LKA zunächst nicht.

Das Verhalten der Beamten sei "vollständig inakzeptabel" und "im höchsten Maße verantwortungslos", sagte Petric Kleine, Präsident des sächsischen LKA, laut Mitteilung. Er entschuldigte sich auch bei den Angehörigen der NSU-Opfer.

Disziplinarverfahren eingeleitet

Gegen die Betroffenen sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Beide hätten eine erste Stellungnahme abgegeben, so das LKA. Bis auf weiteres dürften die Beamten nicht arbeiten. Ziel des Verfahrens sei die "Entfernung der Beamten aus dem Dienst".

Uwe Böhnhardt bildete gemeinsam mit Uwe Mundlos und Beate Zschäpe die Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund". Der NSU hatte neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft sowie eine Polizistin ermordet. 2011 war der NSU aufgeflogen, nachdem sich Böhnhardt und Mundlos nach einem gescheiterten Banküberfall selbst getötet hatten.

Die sächsische Polizei sorgte zuletzt immer wieder für negative Schlagzeilen. Im August hatte ein LKA-Mitarbeiter während einer Pegida-Demonstration lautstark gegen Aufnahmen von Journalisten protestiert.