Den 5. Februar 2020 sollte man sich im Kalender braun anstreichen: Erstmals in Deutschland bestimmt die AfD die Geschicke des Bundeslandes mit. Eine Partei, deren Landeschef Björn Höcke juristisch sanktioniert „Faschist“ genannt werden darf. Hinterlistig, wenn auch legal, hat die AfD ihren nominierten Kandidaten im dritten Wahlgang bei der Wahl des Ministerpräsidenten fallen lassen und dafür mit CDU und FDP einen erfolgreich einen Anti-Ramelow-Block geformt.

Das Komplott der Landes-CDU und ihres Chefs Mike Mohring ist für die Parteizentrale in Berlin eine Katastrophe. Keine Koalition mit AfD und Linkspartei, tönt Vorsitzende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer bei jeder Gelegenheit. In Thüringen haben sie ihr eine lange Nase gedreht. Dabei hatte sich Mohring nach der Landtagswahl noch zu den Linken geschielt. Ach so, wer ist neuer Ministerpräisdent? Thomas Kemmerich. Seine FDP-Fraktion hat im Landtag genau 5 von 90 Sitzen.