Berlin (dpa) l NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ist endgültig neuer CDU-Vorsitzender. Nach seiner Wahl bei einem Online-Parteitag am vergangenen Samstag bestätigten ihn die Delegierten auch in der anschließenden Briefwahl. Laschet erhielt nach Angaben der CDU vom Freitag 796 von 980 abgegebenen Stimmen. Die CDU errechnete daraus eine Zustimmung von 83,35 Prozent. Stimmberechtigt waren wie beim Parteitag 1001 Delegierte.

Die beiden unterlegenen Kandidaten vom Parteitag – Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen – standen in der Briefwahl nicht mehr zur Abstimmung.

Laschet sagte nach der Bekanntgabe des Ergebnisses, dieses zeige, dass auch viele derjenigen, die bei der Online-Abstimmung für Merz und Röttgen gestimmt haben, „jetzt hinter dem neuen Vorsitzenden stehen“. Er danke beiden dafür, dass sie weiter bereit seien, sich für die CDU in unterschiedlichen Funktionen zu engagieren. „Diese große Beteiligung und das Ergebnis sind ein Signal der Einheit der Union.“

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„Mein Ziel ist es: Führen und Zusammenführen“, sagte Laschet. Es gehe darum, die eigenen Ideen umzusetzen, aber im Dialog mit allen, die daran mitwirken. Bei den politischen Aufgaben bleibe die Pandemiebekämpfung am wichtigsten. Die CDU werde aber auch schon recht bald mit der Schwesterpartei CSU über das Wahlprogramm zur Bundestagswahl sprechen.

Merz beglückwünschte Laschet per Twitter und schrieb: „Das ist ein starker Vertrauensbeweis. Viel Erfolg für uns alle!“ Ebenfalls auf Twitter schrieb Röttgen, die Mannschaft stehe und habe mit Laschet nun offiziell einen neuen Kapitän. „Ich freue mich, dass ich als Teil dieser Mannschaft am Erfolg der CDU mitwirken darf. Es geht in diesem Superwahljahr um viel. Deshalb müssen wir jetzt geschlossen für eine starke CDU kämpfen.“

In der CDU war erwartet worden, dass Laschets Ergebnis in der Briefwahl besser ausfallen würde als beim Parteitag. Voraussichtlich werde es etlichen Delegierten wichtig sein, den neuen Vorsitzenden mit einem guten Wahlergebnis ins Superwahljahr zu schicken, lautete die Begründung.