Paris (dpa) l Eine Woche nach ihrem Triumph bei den Regionalwahlen haben die französischen Rechtsextremen im zweiten Durchgang eine bittere Niederlage einstecken müssen. Die Front National von Parteichefin Marine Le Pen konnte am Sonntag keine der Regionen für sich gewinnen. In allen Regionen liegen Kandidaten der regierenden Sozialisten und der oppositionellen Republikaner vorn, wie der französische Fernsehsender BFMTV unter Berufung auf Prognosen berichtete.

Die Regionalwahlen waren die letzte landesweite Entscheidung vor der Präsidentschaftswahl 2017. Trotz der Erfolge im ersten Wahlgang hatte die FN in Umfragen hinten gelegen.

45 Millionen gaben Stimme ab

Die Sozialisten von Staatschef François Hollande und die Republikaner unter Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hatten nach dem ersten Wahlgang versucht, ihre Wähler stärker zu mobilisieren. Bei der entscheidenden zweiten Runde zeichnete sich dann ein klares Plus bei der Beteiligung ab. Bis zum Nachmittag gingen gut 50,5 Prozent der rund 45 Millionen Stimmberechtigten zur Wahl. In der ersten Runde waren es zu diesem Zeitpunkt 43 Prozent, am Ende lag die Quote unter der 50-Prozent-Marke.

Umkämpft waren vor allem drei Regionen, in denen die Sozialisten ihre aussichtslosen Kandidaten zurückgezogen oder nicht mehr unterstützt hatten. In Nord-Pas-de-Calais-Picardie, wo FN-Chefin Le Pen vergangenen Sonntag mit 40,6 Prozent klar vorn lag, musste sie sich nach den Prognosen nun mit 42,3 Prozent geschlagen geben. Nach dem Rückzug des sozialistischen Kandidaten erreichte der Republikaner Xavier Bertrand 57,7 Prozent. Meinung