Asteroid-Landungen

„NEAR Shoemaker“, 1996: Zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt gelang es der US-Weltraumagentur Nasa im Jahr 2001, auf einem Asteroiden zu landen.

„Hayabusa“, 2003: Die ersten Bodenproben, die auf einem Asteroiden (25143 Itokawa) je eingesammelt wurden, brachte die japanische Sonde 2010 zur Erde. (dpa)

Washington (dpa) l Tiefschwarz, größer als der Eiffelturm und nicht ganz ungefährlich: Den Asteroiden Bennu haben Wissenschaftler weltweit seit seiner Entdeckung 1999 ganz besonders im Blick. Eines Tages könnte er der Erde gefährlich nahe kommen, auch wenn das erst in mehr als 150 Jahren wäre und das Risiko sehr gering ist. Trotzdem ist Bennu damit nach Angaben der US-Raumfahrt- behörde Nasa einer der gefährlichsten der derzeit bekannten Asteroiden.

Ankunft im Jahr 2018

Unter anderem deswegen will die Nasa dem Himmelskörper mit einem Durchmesser von rund 500 Metern nun mit einem Besuch zuvorkommen. An diesem Freitag soll sich die Sonde „Osiris Rex“ an Bord einer „Atlas“-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus in Richtung Bennu aufmachen. 2018 soll die Sonde den Asteroiden erreichen, 2020 soll sie sich ihm so weit nähern, dass sie eine Probe von mindestens 60 und bis zu 2000 Gramm aufsaugen kann.

Im Jahr 2023 wird – so der Plan – eine Kapsel mit der Probe an einem Fallschirm in der Wüste des US-Bundesstaates Utah landen. „Wie sahen die Ursprünge dieses organischen Materials aus? Das ist das wirklich Aufregende daran. Das ist, was wir wollen“, sagte Nasa-Manager James Green der „New York Times“.

Auf dem Weg zu Bennu wird „Osiris-Rex“ mehr als 650 Millionen Kilometer zurücklegen.Die rund eine Milliarde Dollar teure Mission ist der erste Versuch der Nasa, eine Probe von einem Asteroiden zur Erde zu bringen. Bereits 2005 war die japanische Raumsonde „Hayabusa“ auf einem solchen Himmelskörper gelandet und hatte 2010 die ersten je gesammelten Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht. Die europäische Raumfahrtagentur Esa hatte 2014 mit der Sonde „Rosetta“ das Minilabor „Philae“ auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko abgesetzt, der Kontakt brach jedoch ab. Erst kürzlich wurde „Philae“ wiederentdeckt – in einer Felsspalte auf dem kosmischen Brocken.

Wissenschaftlicher Schatz

Die Raumsonde „Osiris-Rex“ (die Abkürzung steht für: Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer) ist etwa sechs Meter lang und wiegt rund 2100 Kilogramm. Bevor die vom US-Unternehmen Lockheed Martin gebaute Sonde mit einer Art Roboter-Arm die Probe aufsaugen soll, wird sie den Asteroiden – so der Plan – ausgiebig mit ihren fünf wissenschaftlichen Instrumenten und Kameras untersuchen.

Bennu sei wie eine „Zeitkapsel aus den frühesten Etappen der Entstehung des Sonnensystems“, sagt Nasa-Manager Dante Lauretta. „Das Team hat ein großartiges Raumschiff gebaut. Wir sind gut ausgestattet, um Bennu zu untersuchen und mit unserem wissenschaftlichen Schatz zurückzukommen.“