Berlin (dpa) l Hand- und Unfallchirurgen warnen vor der Verwendung von nicht-zertifizierter Pyrotechnik – es bestehe eine hohe Verletzungsgefahr. Schon mit legalem Feuerwerk verletzten sich jedes Jahr an Silvester sehr viele Menschen die Hände – "oftmals schwer und mit katastrophalen Folgen", wie es in einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) und der Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) vom Freitag (18. Dezember) heißt.

Wegen des Verkaufsverbots für Böller rechne man mit Ausweichbewegungen, "und damit, dass nicht alle Menschen auf das Böllern verzichten werden". Die Mediziner seien sich einig: "Bei Unfällen mit selbstgebauten oder nicht-zertifizierten Sprengkörpern kann es zu noch schwereren Verletzungen kommen. Auch veraltete Sprengkörper aus den Vorjahren sollten nicht gezündet werden, um sich keinem unnötigen Risiko für Verletzungen auszusetzen."

Abgetrennte Finger oder Frakturen

Schon in normalen Jahren stelle die Silvesternacht für Ärzte in den Notaufnahmen von Kliniken eine besondere Herausforderung dar. "Die Patienten kommen üblicherweise mit abgetrennten Fingern, Verbrennungen, Frakturen und Weichteilverletzungen an den Händen", sagte Eva-Maria Baur, Handchirurgin und Präsidentin der DGH. Oft blieben irreversible Schäden.

Mit Blick auf die Corona-Lage in den Kliniken sagt DGOU-Präsident Michael Raschke: "Weniger Silvester-Verletzungen würden bei der angespannten Personalsituation nicht nur die Notaufnahmen, sondern auch die Rettungsdienste und die Feuerwehr entlasten."