Magdeburg l Eine Putzfrau ist längst kein Privileg für die obere Schicht der Gesellschaft mehr. Um die Arbeit von Putzfrauen auch zu würdigen wird, findet jedes Jahr am 8. November der „internationale Tag der Putzfrau" statt. Der Ehrentag wurde 2004 von der Autorin Gesine Schulz ins Leben gerufen. Sie wollte damit ihre Romanheldin Karo Rutkowsky ehren, eine Privatdetektivin und Putzfrau, deren Geburtstag der 8. November ist. Der detektivisch veranlagten Putzfrau widmete Schulz mehrere Kurzgeschichten. Karo Rutkowsky arbeitet dabei nach einem Motto „Wenn, dann gründlich", was sich sowohl auf ihre detektivischen Fähigkeiten, als auch auf das Putzen bei ihren Kunden bezieht.

Gesine Schulz hatte den Tag ursprünglich privat initiiert, inzwischen ist er weltweit anerkannt. Ihr Vorschlag ist es, jeder Putzfrau an diesem Tag eine Rose zu überreichen. Passend zu dem Beruf natürlich eine in der Reinlichkeitsfarbe weiß.

84 Prozent haben eine Berufsausbildung

Wie wichtig die Arbeit von Putzfrauen auch für den Sozialstaat sind, geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus dem Jahr 2014 hervor. Alleine die Haushaltshilfen deutschlandweit mit angemeldeten Minijobs zahlen jährlich mehr als 100 Millionen Euro Steuern und Abgaben in die Sozialkassen. Auch das Vorurteil, dass Putzfrauen einen  niedrigen Bildungsstand hätten, trifft nicht zu. Einer Forsa-Studie aus dem Jahr 2014 zufolge sind Putzfrauen und andere Haushaltshilfen oft gut ausgebildet. 84 Prozent haben eine abgeschlossene Ausbildung in verschiedenste Berufsfeldern. Zu der guten Bildung gesellt sich oft  eine besondere Treue zu den Kunden. Fast jede zweite Putzfrau arbeite länger als fünf Jahre in einem Haushalt, heißt es in der IW-Studie.

Ein Wermutstropfen sei, laut Essener Minijob-Verwaltung, dass über 90 Prozent der vermutlich vier Millionen Haushaltshilfen in Deutschland „schwarz" arbeite. Bei Schwarzarbeit umgehen Arbeitgeber und Beschäftigte Steuern und/oder Sozialabgaben. Problematisch ist das vor allem für die Putzfrauen. Neben der Illegalität, die die Schwarzarbeit mit sich bringt, verwehrt man ihnen beispielsweise eine Unfallversicherung. Denn wer im Haushalt kräftig mit anpackt, riskiert schon mal einen Unfall.

Putzmänner sind keine Seltenheit mehr

Dass der Begriff Putzfrau nicht den kompletten Berufsstand der Reinigungskräfte widerspiegelt, zeigt eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit mit Stand Oktober 2015. In Sachsen-Anhalt sind 20.004 Putzkräfte beschäftigt, davon sind 4276 Männer und 15.728 der sozialversicherungs-pflichtig beschäftigten Putzkräfte sind Frauen. Ein Viertel der Stellen in dieser Branche wird also inzwischen von Männern besetzt. Der Begriff „Putzmann" ist allerdings kaum im Gebrauch. Aber ob nun Putzfrau oder Putzmann, beide würden sich an diesem speziellen Tag sicher über die übliche weiße Rose freuen.