Köln (mr/dpa) l An so manchen Orten stinkt es zum Himmel – weil vornehmlich Herren der Schöpfung sie mit dem „stillen Örtchen“ verwechseln und nicht an sich halten können. In der Hochzeit des rheinisches Frohsinns, allgemein bekannt als Karneval, erwägt die Stadt Köln nunmehr, den heiligen Dom mit einem Zaun zu schützen.

Die Deutsche Bahn prescht hier jetzt aber schon einmal vor. Neuerdings schreckt sie Wildpinkler am Kölner Hauptbahnhof mit Schildern ab, auf denen steht: „Hier nicht pinkeln! Wand pinkelt zurück.“ Ein Wunder? Ein Karnevals-Gag? Mitnichten!

Die 30 Meter lange Spezialwand am Parkhaus der Deutschen Bahn sei mit einem besonders feuchtigkeitsabweisenden Lack beschichtet, teilte ein Bahnsprecher dazu am Freitag mit. Dies führe dazu, „dass der an die Wand gerichtete Strahl etwa im selben Winkel zurückkommt“.

Soweit die Theorie. Ein Reporterteam der Kölner Boulevardzeitung „Express“ wagte den Spritz-Test – wenn auch „nur“ mit Wasserpistole und Limonade. Ihr Ergebnis ist jedoch enttäuschend: „Die Wand pinkelt nicht zurück, das Limo-Wasser platscht lediglich müde ab und staut sich am Boden. Schade!“

Und eine wirkliche Abschreckung erzielen die großen Bahn-Warnschilder offenbar auch nicht. Während die Journalisten-Kollegen mit der Limo-Pistole die Wand beschießen, stellte sich ein Wildpinkler seelenruhig daneben.

Fazit: Idee gut, Ausführung mangelhaft. Oder: An dieser Wand ist der Lack offenbar schnell wieder ab.