Andere Fälle von Teufelsaustreibungen

Im Mittelalter war der Exorzismus von „Besessenen“ gang und gäbe. In der Gegenwart gibt es nur wenige dokumentierte Fälle. Einige Beispiele:

2013 wurde in Oberbayern für eine 56-jährige Frau die Unterbringung in einer Psychiatrie angeordnet. Sie war mit einer Axt auf ihren Mann losgegangen, um ihm den Teufel auszutreiben. Er blieb unverletzt.

2009 schlug in Baden-Württemberg ein 54-Jähriger mit einer Bibel auf seine 87 Jahre alte halbseitig gelähmte Mutter ein, um sie vom Teufel zu befreien, und tötete sie. Er kam in eine psychiatrische Klinik.

1988 wurde in Konstanz eine 74-Jährige wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu sechs Jahren Haft verurteilt. Um bei einer 66-Jährigen den Satan auszutreiben, hatte sie immer wieder auf sie eingeschlagen.

1976 starb eine 23-jährige Epileptikerin aus Unterfranken, nachdem an ihr im bischöflichen Auftrag eine Vielzahl von Exorzismus-Sitzungen vollzogen worden war. Priester und Eltern bekamen Bewährungsstrafen. (dpa)

Frankfurt/Sulzbach (dpa) l Eine Frau ist bei einer mutmaßlichen Teufelsaustreibung in einem Frankfurter Hotelzimmer ermordet worden. Mehrere Verwandte sollen die 41-Jährige über Stunden hinweg an ein Bett gefesselt und geprügelt haben, bis sie schließlich erstickte. Ihr Motiv war nach ersten Ermittlungen, der vermeintlich von Dämonen besessenen Frau den „Teufel auszutreiben“, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Weitere Hintergründe, wie etwa die Religionszuge- hörigkeit von Tätern und Opfer, waren zunächst unklar.

Die Polizei nahm fünf Verdächtige fest, darunter nach ersten Erkenntnissen der 15-jährige Sohn der Getöteten. Ein Ermittlungsrichter erließ außerdem Haftbefehl wegen Mordes gegen eine 44 Jahre alte Frau, ihren 21 Jahre alten Sohn, ihre 19 Jahre alte Tochter und einen weiteren 15 Jahre alte Jungen. Das Quintett sitzt nun in Untersuchungshaft. Die Koreaner waren vor sechs Wochen nach Hessen eingereist.

Als die Beamten die Familienmitglieder vernahmen, erfuhren sie von einem weiteren möglichen Opfer: In Sulzbach im Taunus entdeckten sie in einem Haus eine schwer verletzte Frau. Sie war unterkühlt und dem Verdursten nahe. Das Haus hatten die mutmaßlichen Täter gemietet, dort aber nur sporadisch gewohnt. Ob auch die Verletzte mit ihnen verwandt war, blieb unklar.

Die Verdächtigen sollen der 41-Jährigen immer wieder auf den Bauch und den Brustkorb geschlagen haben. Um die Schreie zu unterdrücken, stopften sie ihr ein Handtuch in den Mund. Sie erstickte schließlich.