Magdeburg/Cobbel l Die Temperaturen fühlen sich nicht gerade winterlich an. Wer trotzdem in Weihnachtsstimmung kommen möchte, dem helfen dabei vielleicht die besonders auffallend dekorierten Gärten oder Häuser in Sachsen-Anhalt.

So zum Beispiel der Vorgarten von Hans Müller aus Magdeburg-Cracau. Seit über zehn Jahren dekoriert er nun schon mit Lichterketten und Weihnachtsfiguren seinen Vorgarten. Die Idee kam ihm 1998 bei dem ersten Besuch in den USA.

Drei Wochen dauert es, bis alles steht und angeschlossen ist. Über eine Zeitschaltuhr erstrahlt der Garten von 6 bis 8 Uhr und von 16.30 bis 23 Uhr in weihnachtlichem Glanz. Wenn möglich stehen Hans Müller oder seine Frau auch draußen, laden die Schaulustigen ein, sich im Garten umzusehen. Für die Kinder gibt es einen Nikolausstiefel mit Süßigkeiten zum Zugreifen.

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Angefangen hat alles mit einer großen Tanne im Garten, die geschmückt wurde. „Die mussten wir aus Sicherheitsgründen fällen – und dann musste Ersatz her“, sagt Hans Müller. Abgebaut wird am 28. Dezember, das dauert noch mal anderthalb Wochen. Bei der Frage nach den Ausgaben wird Hans Müller zurückhaltend: „So schlimm sind die Kosten nicht, aber umsonst ist es natürlich auch nicht.“

Ähnlich viel Arbeit macht sich auch Gunnar Weidemann aus Cobbel im Kreis Stendal. Bereits seit 1996 erstrahlt der Garten von ihm und seiner Frau im Winter farbenfroh. „Direkt mit dem Einzug haben wir angefangen, weihnachtlich zu schmücken, so ist es von Jahr zu Jahr immer mehr geworden. Es sind sogar noch Ketten von 1996 dabei“, erzählt Weidemann stolz. „Angefangen haben wir Mitte der 90er, als der Trend zu Weihnachtsschmuck in Deutschland aufkam. Wir sind sozusagen seit der ersten Minute dabei.“

Wie Müller muss auch er mit der Dekoration früh anfangen: „Ende Oktober wird alles getestet und zur Not repariert“. Für den Aufbau braucht er zwei Wochen, der Abbau dauert lediglich zwei Tage. Direkt am Ortseingang von Cobbel gehen die Lichter täglich von 16.15 bis 22 Uhr an, werktags außerdem noch von 5 bis 7 Uhr. „So nehmen die Leute, die zur Arbeit fahren, ein schönes, weihnachtliches Gefühl mit auf den Weg“, sagt Weidemann.

Ein Ende ist bei beiden deko-begeisterten Familien nicht in Sicht, sodass alle, die es in diesem Jahr nicht mehr schaffen, sich auch im nächsten Jahr auf Weihnachtsschmuck freuen dürfen. Einen Wunsch haben sowohl Hans Müller, als auch Gunnar Weidemann noch. Schnee würde die Dekoration aufwerten. Das wird in diesem Jahr wohl nicht mehr klappen. Doch zumindest die Beleuchtung lässt Weihnachtsstimmung aufkommen.

Auch in anderen Bundesländern stößt man auf private Dekoration der Superlative. Im brandenburgischen Straupitz etwa hat Familie Mörl ihren Vorgarten mit weit über 300 Weihnachtsfiguren geschmückt. In Mayen in Rheinland-Pfalz funkeln am Haus von Familie Voß 1900 Meter Lichterketten und rund 20 000 Lichter in einer computergesteuerten Choreographie zu weihnachtlicher Musik. Dazu mussten 2,5 Kilometer Kabel verlegt werden.