New Jersey l Wenn früher ein Mann gegen einen Laternenmast gelaufen ist, trug die Ursache in aller Regel zwei Merkmale: lange Beine und verführerische Rundungen. Dieser Umstand war zwar sexistisch, zumindest aber ging es stets um ein physisch anwesendes Gegenüber. Heute hingegen hat der Hauptgrund für solch einen Zusammenprall nur leblose, abgerundete Kanten. Wie Untersuchungen in europäischen Hauptstädten gezeigt haben, ist etwa jeder sechste Fußgänger vom Smartphone abgelenkt. Dadurch setzt er sich nicht nur einer hohen Verletzungsgefahr aus. Er verpasst auch den Anblick langbeiniger Fußgängerinnen und muskelbepackter Fußgänger.

Auch in Amerika kennt man das Problem. Dort will man die Bürger sogar vor den Risiken und vergebenen Chancen beschützen. Ein Gesetzesentwurf in New Jersey sieht vor, die Handynutzung bei Fußgängern unter Strafe zu stellen. 50 Dollar sind im Gespräch - oder bis zu 15 Tage Haft. Nun ist allgemein bekannt, dass Verbote, besonders bei jungen Menschen, eher das Gegenteil dessen bewirken, was der Verbietende sich erhofft. Statt also den Spielverderber zu geben, sollte die Regierung unterstützend eingreifen – mit einer staatlichen Förderung für Blindenhunde.