Köln l Ein paar Tage lassen wir es mal richtig krachen. Zum Teufel auch mit Political Correctnes oder Gender-Schnack. Bützchen statt #MeToo! Vorsichtig, gaaanz vorsichtig! Der Herr Komiker Bernd Stelter wollte auch mal so richtig über die Stränge schlagen. Doppelnamen sind irgendwie witzig, schon seit Loriot den Herrn Müller-Lüdenscheid erfunden hat. Also machte sich Stelter im Kölner Karneval über „Kramp-Karrenbauer“ lustig. Da stürmte empört Frau Möller-Hasenbeck die Bühne. aber nicht, weil der Witz ziemlich lahm war, sondern weil der Verdacht auf Diskriminierung im Raum stand. Die spaßbefreite Szene wird jetzt aus der WDR-Fernsehaufzeichnung herausgeschnitten.

Der normale Jeck kann peinliche Ausrutscher zwar auch durch Filmriss tilgen, aber die Kölner Afrikanistik-Professorin Marianne Bechhaus-Gerst rät trotzdem davon ab, sich das Gesicht schwarz anzumalen oder sich als Indianer, Geisha, Bauchtänzerin oder „Transe“ ins Getümmel zu stürzen. Das alles ist rassistisch und diskriminierend. Während des Niederschreibens dieser Zeilen sorgt sich der Autor um seinen Siebenjährigen, der unbedingt als marzialisch gekleideter SWAT-Elitekämpfer mit Scheinwaffe das Schulfest aufmischen will. Gewaltverherrlichung?

Wird er vielleicht in das schuleigene Konfliktbüdchen geführt, um mit ausgebildeten Konfliktlotsen über sein Verhältnis zur Gewalt zu reflektieren? Clown will er patout nicht sein. Wir hätten ja noch ein Indianerkostüm. Ob ein kleines bisschen Rassismus toleriert wird?