Berlin l Minus mal minus ist gleich plus sagen Mathematik-Auskenner. Corona-Misere mal Chaos-Airport gleich Erfolgsgeschichte? Nach neun Jahren und sechs verschobenen Anläufen könnte es mit der Eröffnung des Hauptstadtflughafens endlich klappen. Also vielleicht. Nachdem der Tüv jetzt endlich seinen Segen gegeben hat, stehen Probeläufe und die echte Eröffnung an. Zumindest Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup ist überzeugt, dass die BER-Eröffnung noch nie so sicher war wie heute. Ganz einfach: Weil so gut wie nichts los ist. „Wir haben nur noch ein bis zwei Prozent des üblichen Verkehrs“, sagt Lütke Daldrup. Bedeutet: BER öffnet als Flughafen, auf dem kaum geflogen wird. Oder nur, weil kaum geflogen wird?

Was besser mit wenig als mit viel Flugbetrieb funktioniert, sollte, legt man die üblichen Gesetze der Logik zugrunde, mit gar keinem Flugbetrieb perfekt sein. Dafür braucht man nur drei Sachen: keine Landebahn, keine Abfertigung, kein Personal. Fragt sich nur: Wozu dann der teure Flughafen?