Die Ruhe am Grab wird in der Regel nicht von Disko-Bässen gestört. Es gibt sogar ein Wort dafür: Grabesstille. In Düsseldorf gehen diese Zeiten nun offenbar ihrem Ende entgegen. „DJ Theo“ legt dort auf, wenn es in die Grube geht. Direkt am letzten Loch wird so der letzten Musikwunsch erfüllt.

Dass es so etwas nun gibt, hat durchaus mit Corona zu tun. Glücklicherweise gibt es keine Häufung von Todesfällen, die neue Formen von Bestattung notwendig machen. Es ist die pure Not, die – wie so oft – erfinderisch macht. Theo Fitsos, in Düsseldorfer sonst auf Hochzeiten oder Firmenjubiläen als DJ unterwegs, war wegen der Corona-Pandemie aller Aufträge beraubt.

Gelangweilt vor dem Fernseher sah er eine Beerdigung – und hatte plötzlich die zündende Idee: „Warum so still? Da fehlt einfach die Musik“, fragte er sich. Der clevere Mann baute sich eine mobile, schwarz verkleidete Mini-Disko und legte los. Bei 20 Beisetzungen hat „DJ Theo“ inzwischen schon „aufgelegt“. Getanzt wurde wohl eher nicht.