Not macht erfinderisch. Das gilt natürlich für das gesellige Biertrinken ganz besonders. In Großbritannien und Irland dürfen die Pubs wegen der Corona-Krise voraussichtlich bis Ende Juni keine Gäste empfangen. In London hat sich deshalb das „Beer to go“ verbreitet. Wirte stehen mit Gesichtsschutz vor ihren Pubs und schenken Bier zum Mitnehmen im Plastebecher aus – randvoll gefüllt, versteht sich. So wie auf der Insel üblich.

In Dublin geht ein Wirt noch einen Schritt weiter. Der gute Mann hat in der irischen Hauptstadt auf die Belieferung seiner Kunden mit Bier vom Fass bis an die Haustür umgestellt. Pub-Besitzer Mark Grainger trifft mit seinem „Dial-a-Pint“-Konzept (Bestell‘ ein Pint) offenbar einen Nerv. Täglich erreichen ihn 50 bis 60 Bestellungen, am Wochenendtagen sind es rund 100, wie er sagt. Und das bei Preisen auf Oktoberfest-Niveau: Das Pint kostet 6 Euro, dazu kommen 3 Euro Liefergebühr und 2 Euro Pfand. Mit den Bestellungen mache er rund ein Viertel seines normalen Umsatzes wett, sagt Wirt Grainger. Na, wenn das kein Unternehmergeist ist.