London l Alle schimpfen (zu Recht) über unsere ausufernde Wegwerfgesellschaft. Immerhin passiert langsam doch etwas: Supermärkte und Klamottenläden schaffen Plastiktüten ab, die ersten Kaffee-Ketten verzichten auf Einwegbecher.

Dass Wegwerfen schon seit mindestens 3000 Jahren ein beliebtes Hobby der Menscheit ist, beweisen Funde aus der Bronzezeit, die jetzt im British Museum in London ausgestellt werden. Wissenschaftler hatten kürzlich auf Kreta tausende kleine Einweggefäße aus Ton ausgegraben. Die Experten vermuten dass das Volk der Minoer bei Festen aus diesen Näpfen trank. Und weil, genau wie heute, niemand Lust auf Abwasch hatte, warfen Kretas Feierbiester die Gefäße nach der Party an Ort und Stelle weg. Bis zum nächsten Fest würden fleißige Töpfer ja einen ordentlichen Schwung Näpfe nachgedrechselt haben.

Dazu kam der gewisse Spaßfaktor beim Wegwerfen: Wie schön das schepperte. Da kann ein lahmer Neuzeit-Pappbecher nicht gegen an. Deshalb ist es gut, dass die Dinger endlich abgeschafft werden.