Brüssel l Wer immer noch glaubt, Brieftaubenzüchten wäre kein Sport, muss seine Meinung allerspätestens bei dieser Zahl korrigieren: 1,3 Millionen! Euro! Das ist die Ablösesumme (bei Tauben heißt das immer noch Auktionserlös), die Armando dieser Tage erzielte. Ein preisgekrönter belgischer Taubenmann, eine Art Ronaldo oder Messi der luftgestützten Briefzustellung. Erste ernsthafte Verdachtsmomente, dass die Tauberei eine Menge mit Geld zu tun hat und deshalb eine Art Profisport sein muss, keimten bereits vor einigen Jahren auf, als im Kot von Renntauben – Kokain nachgewiesen wurde. Das steigert die Leistungsbereitschaft, fanden Experten damals heraus. Ziemlich genau das, was man im Menschensport Doping nennt. Wenn man weiß, dass bei prominenten Taubenwettbewerben locker 200.000 Euro Siegprämie winken, gewinnt das alles an Plausibilität.

Ziemlich sicher kommen bald die schönen Brieftauben-Frauen, die vom Star-Ruhm profitieren wollen. Und Promi-Vögel, die vergoldete Körner picken. Ist schließlich ein richtiger Sport.