Wien l Eine zunehmend beliebte, naja, Sportart ist Bauprojektverschlamping. Also zum Beispiel einen simplen Citytunnel um etwa 100 Millionen teurer machen und die Bauzeit um Jahre verlängern. Oder, Spitzenklasse, einen kompletten Flughafen um weit über 2000 Tage verzögern und mindestens um schlappe 5,3 Milliarden Euro verteuern. Beides respektabel, aber irgendwie Graubrot.

Ein aktuelles elegant-charmantes Beispiel für Projektverschlamping kommt aus Wien: Für den Bau des Krankenhauses Nord wurden 100.000 Euro Steuergeld extra eingepreist. Für „Anhebung der Schwingungen auf das höchstmögliche Niveau und Neutralisierung aller nicht natürlichen Energieflüsse“. Der Auftrag ging an einen renommierten „Bewusstseinsforscher“, der sich als ehemaliger Autohändler entpuppte.

Was genau der Mann für die 100.000 Euro Energetisches tun wollte, war nicht zu ermitteln. Jetzt ermittelt der österreichische Volksanwalt – eine Art parlamentarischer Rechnungshof ... Wenn schon Bau-Irrsinn, dann wenigstens mit ordentlich Schmäh.