Wien l Die folgende literarische Kostbarkeit sollten Sie langsam und vorsichtig genießen. Eine bizarre Mischung aus Glitzer-Prunk und schwülem Schwulst ...

Zunächst erblickte ich nur eine Silhouette. Er sah aus dem Fenster und blickte gedankenversunken in die Ferne. Das helle Sonnenlicht leuchtete in den Raum hinein. Die Herbstsonne blendete sein Gesicht. Er war vertieft und in Gedanken versunken. Schließlich atmete er tief durch. Der Mann, der an die Türe gelehnt stand, schüttelte nur sanft seinen Kopf, weiter in die Leere blickend. Noch einmal atmete er tief durch, dann sah er uns in die Augen und nickte uns zu, bevor er sich umdrehte und wortlos aus dem Raum verschwand.

Auch wenn es so klingt: Es handelt sich nicht um eine Lobpreisung des großen Diktators Stalin, keine Ode an Mao Tse Tung oder Ludwig XIV. Nur ein kleiner Auszug aus der aktuellen Biografie von Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz (33), die morgen erscheint. Noch spottet Österreich. Aber schon in drei Wochen sind Wahlen. Und Kurz hat beste Chancen wieder Kanzler – und diesmal auch Sonnenkönig zu werden.