Hannover l Eigentlich schließen der sowjetische Geheimdienst und das Attribut „lustig“ einander komplett aus. Gar nicht weit von hier, in Hannover, versucht ein Geschäftsmann trotzdem, die Extreme irgendwie zusammenzubiegen. In einer ehemals verranzten Kneipe betreibt er die „KGB-Bar“ . Mit Lenin und Chruschtschow an der Wand, jeder Menge Sowjetarmee-Devotionalien und Matrjoschka-Kitsch drumrum. Kellnerinnen in Uniform servieren Drinks, die Kalaschnikow heißen. Die Bude ist meistens richtig voll. Allerdings, wie Chef Anton Djacenko, ein gebürtiger Ukrainer erzählt, weniger Nostalgie-Gäste. Sondern eher Partyvolk, das zu der mehrheitlich unfröhlichen Sowjet-Realität schon aus Altersgründen keinen Bezug mehr hat. Hier geht es eher um das skurrile Ambiente mit all seinen schrägen Details.

Dass der Laden brummt, liegt auch daran, dass Hannover weit genug weg ist vom echten Ex-KGB-Land. Eine spaßige Stasi-Kneipe würde bei uns sicher nicht in dem Maße funktionieren. Und das ist auch sehr gut so.