Facebook kümmert sich zum Teil rührend um das Wohlergehen insbesondere junger Menschen, zum Beispiel in Bezug auf Suchtverhalten. So werden Inhalte, die für Rauschmittel werben, gelöscht. In diesem Fall sind die Social Media-Wächter womöglich über das Ziel hinausgeschossen: Sie haben gnadenlos eine Kampagne für – Senf aus dem Netz gekickt.

Und jetzt die Geschichte: Ein großer Hersteller bringt pünktlich zum Oktoberfest eine limitierte Edition Hanf-Senf auf den Markt. Hanf, das schlimme Zeug, das, meist geraucht oder in Kekse verbacken, zum Zwecke der Stimmungsverbesserung benutzt wird. Ähnlich wie Alkohol, trotzdem irgendwie verbotener. Selbstverständlich enthält der Spezialsenf, ähnlich wie beispielsweise handelsübliche Hanf-Limo, null Prozent des eigentlichen Rausch-Stoffes THC, ist also diesbezüglich weitgehend harmlos.

Der Senf-Hersteller wehrt sich inzwischen mit einer eigenen Kampagne unter dem Hashtag #LegalizeHanfsenf (Legalisiert Hanf-Senf). Inzwischen bringt die Geschichte mit der verbotenen Kampagne wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit, als es die eigentlich geplante Facebook-Aktion je vermocht hätte. Was den Senfhersteller nicht traurig macht.

Hier noch dieser Aspekt: Unbestätigten Berichten zufolge steigt in ausgewählten Kantinen und Imbissbuden, die Hanf-Senf zur Bratwurst reichen, der Senf-Verbrauch um mehrere hundert Prozent. Außerdem seien die Bratwurst-Esser seitdem ausgesprochen gechillt. Gebt den Senf frei!