Wie wäre es denn zur Abwechslung mal mit Nichtstun, natürlich gegen Geld? Kein Witz: Die Hamburger Hochschule für bildende Künste hat jetzt ein Stipendium ausgelobt. 1600 Euro für den, der am fantasievollsten gar nichts macht. Kleiner Haken: Um an das Geld zu kommen, muss erstmal ordentlich gerackert werden - beim Erstellen der Bewerbung. Da muss überzeugend drinstehen, was der künftige Stipendiat nicht zu erledigen vorhat. Ein Chef, der seinen Mitarbeitern einen Monat keine Anweisungen gibt oder, haha, ein Fußballer, der keie Tore schießt. Konsequenterweise kann man sich natürlich auch gleich nicht bewerben – dann wird es allerdings mit dem Stipendium schwierig.

Der Autor dieser Zeilen erwägt in diesem Moment, zum Zwecke der Erlangung des Stipendiums diese Kolumne nicht zu schreiben. Jetzt muss er nur noch dafür sorgen, dass niemand merkt, dass er ja mit der Arbeit schon begonnen hat. Liebe Jury, sagt mir, geht das hier trotzdem noch als Nichtstun durch? Oder sagt es besser nicht.