Potsdam l Statt wohlverdienter Ferien bis zum nächsten Advent kriegt der Weihnachtsmann zum Jahresbeginn nochmal richtig Stress mit der Brandenburger Justiz. Brandenburg, weil das Weihnachtspostamt ja in Himmelpfort (Landkreis Oberhavel) sitzt. Stress, weil eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Corona-Verordnung vorliegt. Generalstaatsanwalt Andreas Behm ließ die Sache „wegen Brisanz und Bedeutung“ mit höchster Priorität bearbeiten – und kündigte jetzt an, nach „sorgfältiger Prüfung der Sach- und Rechtslage keine strafprozessualen Maßnahmen“ einzuleiten. Begründung: Nach einer aktuellen Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sei der Weihnachtsmann immun, weshalb von einer Fremd- oder Eigengefährdung keine Rede sein könne.

Puhh, nochmal Glück gehabt. So Ermittlungen können einem schließlich gehörig die Laune verderben. Egal ob man Weihnachtsmann ist oder Generalstaatsanwalt.

Ob es sich bei dem Anzeige-Erstatter um einen - gewisser querulatorischer Affinitäten verdächtigen - Aktionskünstler aus Berlin handelt, ist nicht überliefert. Der hatte nämlich bereits 2006 Weihnachtsmann und Osterhase gleich im Paket angezeigt. Wegen flächendeckender Körperverletzung sowie Gefährung der Volksgesundheit durch die Verteilung von tausenden Tonnen Schokolade.

Damals schmetterte ein Amtsvorgänger des heutigen Oberstaatsanwalts die Sache wegen Unzuständigkeit ab. Überirirdische Erscheinungen würden nicht in seinen Bereich fallen.