Wir leben im Zeitalter der Individiualisierung. Immer mehr Menschen glauben zum Beispiel, dass ein allgemeines Verkehrsschild sich niemals an die einzigartige Persönlichkeit wenden könnte, die im eigenen Fahrzeug das Steuer hält.

Michelbach gegen Falschparker

Jeder möchte ganz individuell angesprochen werden. Bürgermeister Werner Dörr in Michelbach an der Bilz hat die Zeichen der Zeit erkannt. Er will Falschparker in die Schranken weisen. Aber dafür will er diejenigen, die ein Parkverbot nicht mehr auf sich beziehen können, zum Schmunzeln bringen. Ein ungewöhnliches Verkehrsschild mahnt nun Autofahrer mit Nachdruck, zwei für Wohnmobile gedachte Parkplätze an der Gemeindehalle frei zu halten.

Singen und Klatschen

Unter zwei üblichen Schildern ist ein drittes angebracht mit der Aufschrift: „Für alle Autofahrer, die nur ‚Singen und Klatschen‘ in der Schule hatten: Dies ist ein Reisemobilstellplatz."

Namen tanzen

Und weiter: „Auch wenn Sie Ihren Namen tanzen können: hier ist für PKW Parken verboten.“ Dörr versichert, dass der Spaß funktioniert. Immer wieder hätten Bürger ihre Autos auf den beiden Parkplätzen abgestellt, die für Camper vorgesehen seien. Das sei jetzt vorbei.

Beispiel USA

Aber was, wenn Individualisten heranfahren, die den Humor des Bürgermeisters nicht teilen? Gar wuschig werden, weil der schöne Brauch „Namen tanzen“ dort verulkt wird? In den USA gibt es auch Parkverbotsschilder mit wirksamem Zusatzschildern: „Hier zahlen Sie 400 Dollar“. Das ist nicht so spaßig, aber noch wirksamer.