Hamburg l Die Hochschule für Bildende Künste Hamburg hat ein Stipendium für Nichtstun ausgeschrieben – einmalig 1600 Euro. Jetzt ist Bewerbungsschluss, mehr als 1700 Interessenten haben sich gemeldet. In ihren Bewerbungsschreiben mussten sie angeben, was genau sie nicht tun wollen - und warum. Da kamen so Dinge wie „keine negativen Stimmungen mehr haben“ oder „nicht mehr arbeiten“. Beides irgendwie erwartbar. Kreativer wäre gewesen: „keine Bewerbungen mehr schreiben“. Was man aus Glaubwürdigkeitsgründen dann natürlich sofort in die Nicht-Tat umsetzen müsste. Problem: Ohne Bewerbung, obwohl genau an dieser Stelle ein überragend lebensnahes Beispiel für aktives Nichtstun, kein Stipendium. Ganz schön ärgerlich.

Vermutlich haben die Projekt-Verantwortlichen der Hochschule über diesen Fall gar nicht nachgedacht. Moment mal: Nicht nachdenken ist auch eine Art Nichtstun. Da könnten die Hochschulleute das Geld auch selbst behalten. Verdient hätten sie es.