Paris l Der griechische Philosoph Diogenes hat es einst vorgeführt: Ein gemeines Holzfass kann durchaus als Unterkunft dienen. Nun hat Diogenes zwar bewusst das Leben eines Armen geführt und seine Bleibe entsprechend ausgewählt, dennoch darf er ohne Übertreibung als Vorbild eines französischen Rentners namens Jean-Jacques Savin gelten. Letzterer wohnt nicht nur im Fass, er schwimmt auch darin – und zwar über den Atlantik.

Seit vier Monaten treibt der 72-jährige Abenteurer bereits in seinem Sperrholzfass Amerika entgegen. Der 72 Jahre alte Savin werde voraussichtlich in der kommenden Woche den Atlantischen Ozean hinter sich lassen und ins Karibische Meer treiben, so die Agentur AFP. Savin habe bereits eine Entfernung von rund 4700 Kilometern zurückgelegt. Der Triathlet war am 26. Dezember von der Kanareninsel El Hierro aus in See gestochen. Nur der Wind und Strömungen bringen das Gefährt voran. Das eigens für das Abenteuer angefertigte Fass ist häuslich eingerichtet: Es gibt ein Bett, eine kleine Küche und einen Schreibtisch.

Er sei immer noch glücklich und bade jeden Tag, sagte Savin in einem per Satellitentelefon geführten Interview. Weil ihm die Pfeile für seine Harpune ausgegangen seien, könne er keine Fische mehr fangen. Es blieben ihm noch einige Dosen Thunfisch. Er hofft nun bald auf ein glückliches Ende seiner Fassreise. Denn im Gegensatz zum armen Diogenes dürfte er nach der langen Reise ein solides Bett, das nicht schwankt, sehr genießen.