Istanbul (dpa/ak) l Im allzu frühen Sommerloch der türkischen Demokratie erreichen uns auch aufmunternde Meldungen. Bekannlich ist fehlender Humor ein untrügliches Zeichen für Autokratien. Die Gegner des Kalifen Erdogan zeigen jedoch, wie man humorvoll mit staatlicher Schikane umgeht.

Für die Bürgermeisterwahl in Istanbul, die wiederholt werden muss, weil die Erdogan-Partei verloren hat, arbeitet die Opposition bereits an der Motivation der Wähler. Die Wählerbeteiligung in der Türkei ist immer hoch, aber der neue Wahltermin am 23. Juni fällt mitten in die Urlaubszeit. Istanbul ist dann oft wie ausgestorben, weil viele Menschen an die Strände fahren. Die von der Opposition regierten Urlaubsstädte und lokale Aktivistengruppen in Feriengegenden verbreiten Slogans wie „Haifisch-Angriff erwartet an Bozcaada-Stränden am 23. Juni. Wählt in Istanbul. Werdet nicht Haifischfutter“. Aus Bodrum heißt es, alle Strände seien wegen Schneewarnungen am 23. Juni geschlossen. „Wir empfehlen den Sonnenaufgang in Istanbul.