Posterstein l Für die einen ist es Kunst, für die anderen gemeiner Dreck. Davon konnte schon der große Josef Beuys ein Lied singen - nachdem eine ahnungslose Putzfrau seine namenlose Skulptur, die eigentlich eine gammelige Badewanne war, mal ordentlich blankgescheuert hatte.

Hier bitte keinen Staub wischen! So ein Schild sollte die Reinigungskräfte im thüringischen Schloss Posterstein (bei Gera) davon abhalten, mal ordentlich durchzuputzen. Ab Sonntag stellt hier Künstler Wolfgang Stöcker nämlich seine umfangreiche, kein Scherz, Staubsammlung aus. Stöcker hat 600 verschiedene Proben aus der ganzen Welt in seinem „Staubarchiv“ zusammengetragen. Staub von der Chinesischen Mauer, Staub von den ägyptischen Pyramiden, Staub vom Opernhaus in Sydney.

Dem Kölner Künstler geht es um „Staub als philosophische Kategorie“ - schließlich werden wir irgendwann alle einmal – zu Staub. Sollte die Museums-Putzfrau das Warnschild übersehen, bleibt ihr nur übrig, sich schleunigst aus dem Staub zu machen.