Magdeburg l Sind Sie heute morgen zu spät zur Arbeit gekommen, weil der Radiowecker falsch ging? Das ist keine schlechte Ausrede, weil man Sonntagabend zu spät ins Bett gegangen ist, sondern für etliche Menschen ein echtes Problem: Viele einfache Uhren in Herden und Mikrowellen, aber auch Radiowecker gehen derzeit nämlich tatsächlich nach. Das hat damit zu tun, dass die betroffenen Zeitmesser – sogenannte Synchronuhren – die nominelle Frequenz der Netzspannung von 50 Hertz als Taktgeber nehmen. Das ist nämlich oftmals billiger, als zusätzlich einen frequenzstabilen Quarzoszillator einzubauen.

Da aber bei den besonders niedrigen Temperaturen derzeit offenbar der Strom knapp ist, sinkt die Frequenz öfters minimal, vielleicht um ein paar Hundertstel Hertz. In der Folge des Leistungsmangels sind Synchronuhren gegenüber der gesetzlichen Zeit zurückgefallen – einem Netzbetreiber zufolge um mehr als fünf Minuten.Betroffene müssen ihre Synchronuhren also nun häufiger nachstellen – und das möglicherweise auch über den Winter hinaus. Alternativ kann man natürlich als Ersatz auch Funkuhren oder -radiowecker anschaffen oder zumindest Quarz-Modelle.

Wer also denkt, Digital-Uhren gehen immer richtig, der irrt gewaltig. Vielleicht macht es deshalb Sinn, wieder auf althergebrachte Wecker umzusteigen. Oder machen Sie es wie ich und schaffen sich zwei Katzen an. Wenn die früh Hunger haben, ist die Nacht pünktlich um 5 Uhr zu Ende - jeden Tag und leider auch am Wochenende.