Moskau l Es geht um die Vorherschaft in der Arktis, endlose Ölvorkommen und einen nördlichen, kürzeren Seeweg. Russlands Präsident Wladimir Putin macht hier schon seit Längerem ordentlich einen auf dicke Hose. In Form von außerordentlich dicken Schiffen. Putins Prestige-Projekt: Fünf Atom-Eisbrecher, natürlich die größten der Welt, sollen hier immer für freie Fahrt sorgen.

Das erste der 173 Meter langen, 33 Meter breiten und 33000 Tonnen schweren Kolosse, die „Arktika“ ging jetzt auf Testfahrt, um es dem dicken, bockigen Arktis-Eis auch im Namen des Präsidenten mal so richtig zu zeigen. Problem: Es gibt gar kein dickes Eis mehr – und das ist dank Klimaerwärmung künftig auch nicht zu erwarten.

Da hat sich Putin offenbar eiskalt verkalkuliert. Schon jetzt ist klar: die dicke „Arktika“ und ihre in noch im Bau befindlichen Schwestern „Sibir“, „Ural“, „Yakutiya“ und „Chukotka“ werden arbeitslos. Zumindest, was ihren eigentlichen Job betrifft. Vielleicht können sie ja noch auf Eisdiele umschulen. Oder wenigstens auf Eisbecher.