Berlin/Stockholm l Namen wie Alexander Kekulé oder Christian Drosten kennt in Deutschland wirklich jedes Kind. Die Top-Virologen sind momentan die wichtigsten Männer des Landes, tauchen gefühlt in jedem zweiten Zeitungsbericht auf und in jeder Talkshow. Einzeln, mit- oder gegeneinander. Sie bilden das, zuweilen heftig umstrittene, wissenschaftliche Rückgrat der Corona-Strategie der Bundesregierung. Die Pandemie hat hier mehr oder weniger normale Forscher und Experten mehr oder weniger gegen deren Willen zu Superstars gemacht. Dennoch würde wohl niemandem einfallen, sich einen Drosten oder Kekulé auf den Arm tätowieren zu lassen.

Kein Witz: Der Stockholmer Gustav Lloyd Angerblad hat sich den schwedischen Spitzen-Virologen Anders Tegnell auf ewig in die Haut britzeln lassen. Überhaupt hat der skandinavische Medizinerkollege eine fette, enthusiastische Fanbase. Es gibt sogar T-Shirts mir seinem Konterfei und Tassen. Scheint, als könnten Drosten und Kekulé ihre an sich nicht unbeträchtliche Außenwirkung doch noch optimieren.