Stendal l In der Ruhe liegt die Kraft. Das könnte der Untertitel für den Fahrstuhl im Stendaler Rathaus sein. Vielleicht auch, dass, wer billig kauft auch teuer kauft. Ausgelutschte Vergleiche mit anderen Großprojekten verbieten sich. Schließlich erwartet der Rathausbesucher weder ein klassisches Konzert, noch, dass ihn der Aufzug düsenschnell nach New York City bringt. Er möchte ja lediglich vom Erdgeschoss in die erste Etage. Das kommt er auch, wie der Stendaler Oberbürgermeister nicht müde wird zu betonen.

Allerdings geht es nur mit 1,5 Metern pro Sekunde nach oben. Zum Vergleich: Eine Schnecke schafft drei Meter in der Stunde. Ein Verwaltungsmitarbeiter muss immer mitfahren. Das stieß den Stadträten gehörig auf. Sie wollten von der Verwaltung einen Alternativvorschlag. Doch der lässt auf sich warten. Dass zunächst der TÜV Nord mit einem Gutachten beauftragt wurde, der sich aber nicht verantwortlich fühlte, ist nur ein weiteres Kapitel. Nun steht das Gutachten des TÜV Süd aus. Auch das wird wieder Geld kosten. Wer billig kauft, kauft eben teuer.