Berlin l Wenn man auf Spielplätzen künftig das Wort „Vogel“ hört, ist damit nicht zwangsläufig jene Anrede gemeint, für die besonders Magdeburger eine Vorliebe hegen, etwa in der Variante „Mach hinne, du Vogel!“ Nein, dieses Wort wird wohl bald häufig genutzt werden, um neuen Sandkastenbekanntschaften den eigenen Namen zu erklären. Etwa so: „Nich Iran! Milan! Wie der Vogel!“ Denn laut Namensforscher Knud Bielefeld war Milan der Aufsteiger des Jahres 2015. Auch das weibliche Äquivalent Mila steht auf Bielefelds Newcomerliste ganz oben. Warum? Weil’s schön klingt! Der Klang sei den Eltern sehr wichtig, sagt der Experte. Zudem zählt für sie noch ein zweites Kriterium: Kürze. Und so hießen die neugeborenen Mädels dieses Jahr am häufigsten Mia, Emma oder Hanna, die Jungs Ben, Jonas oder Leon. Heutzutage haben es schließlich alle immer eilig; da bleibt keine Zeit, um ellenlange Namen auszusprechen.

Vor 100 Jahren war man da noch gemächlicher. Damals durfte es zumindest bei den Mädels ruhig eine Silbe mehr sein: Elfriede oder Hildegard etwa waren 1915 schwer angesagt.

Bielefeld hat sogar schon eine Idee, welcher Name Aufsteiger 2016 werden könnte: Finn, inspiriert vom neuen „Star-Wars“-Streifen. Auch Kylo, den Fiesling im Film, hat er auf dem Zettel. Keine Rede ist hingegen von BB8. Dabei ist der kleine Roboter doch so putzig. Und kombiniert mit einem geschlechtsbestimmenden Zweitnamen ginge der sicher auch bei den Standesämtern durch. Wie wär’s zum Beispiel mit Hildegard?