F alke müsste man sein. Zumindest in den Golfstaaten. Die Araber sind regelrecht vernarrt in die Raubvögel. Die dürfen sich fast alles erlauben. Im Wohnzimmer auf der Stange hocken. Wachteln verputzen. Sich vom Herrchen in die Wüste chauffieren lassen, um frische Luft zu schnappen.

Was aber, wenn der gefiederte Liebling mal krank wird? Schnupfen kriegt oder, schlimmer noch, sich den Flügel bricht? Dann geht es hurtig zur Frau, der die Scheichs vertrauen. Margit Müller, eine Deutsche, leitet in Abu Dhabi das größte Falken-Hospital der Welt. 11.000 Greifvögel päppeln sie und ihr Team pro Jahr wieder auf. An normalen Tagen drängen sich Falken im Wert von vielen Millionen Euro in der Klinik. So ein edler Tier kostet im Schnitt 30.000 Euro. Ist ein Raubvogel aus dem Königshaus krank, fragt der Palast jeden Tag, wie es dem Patienten geht.

Ein saudischer Prinz liebt seine Falken so sehr, dass er sie sogar auf Flugreisen mitnimmt. Er kaufte mal so eben Tickets für 80 Luxus-Falken. Die ließen sich fliegen, ganz bescheiden – in der Economy Class.