London l Jetzt sind sie also wieder da, diese kleinen, fettig glänzenden Körper mit dem großen Hinterleib und dem ekelerregenden, kugelförmigen Aussehen. Tausende Spinnen haben sich in mindestens vier Schulen in London breitgemacht. Die Einrichtungen sind daraufhin geschlossen worden - nicht zum ersten Mal.

Die kleinen Tierchen mit dem wissenschaftlichen Namen Steatoda nobilis gelten als Großbritanniens gefährlichste Spinnen. Bereits 2013 machten es sich die achtbeinigen Tiere in einer Schule in Gloucestershire bequem. Seit Jahren füttern die Spinnen vor allem englische Boulevard-Medien mit gut verkäuflichen Schlagzeilen à la „Angriff der Killer-Spinnen“. Ein Mann habe demnach beinahe sein Bein verloren, nachdem er von der Fettspinne attackiert worden war.

Kein Wunder also, dass die Spinnen-Invasion in britischen Lehreinrichtungen immer wieder Schulausfall zur Folge hat. Man stelle sich nur einmal vor, die kleine Polly greife voller Vorfreude auf ihr Corned-Beef-Sandwich in den Schulranzen und halte statt ihres Lunchpaketes plötzlich die achtbeinige Fleischeinlage in ihren Händen. Was wäre dann? Der Aufschrei wäre groß, der Schmerz ebenso. Einen echten „Killer“ würde sie allerdings nicht in ihren Händen halten, denn der Biss einer Steatoda nobilis ist in etwa mit einem Wespenstich vergleichbar. Sie sieht der Schwarzen Witwe aber trügerisch ähnlich und wird daher auch als „Falsche Witwe“ bezeichnet. Schlimm genug!