Berlin l Wer der Gesundheit seiner Lieben etwas Gutes tun will, läuft stets Gefahr, mit seinen Bemühungen eine mittlere familiäre Krise auszulösen. Dabei ist der Unmut der unfreiwillig Umsorgten oft nachvollziehbar. Man versetze sich nur in die Gefühlswelt des Sprosses, wenn Mama mit ihm zu McDonald‘s kutscht, nachdem er in Vorfreude auf Pommes und Cola sogar versehentlich von allein sein Zimmer aufgeräumt hat – und er dann aus seinem Happy-Meal-Karton den kleinen Salat nebst Apfeltüte und Bio-Milch zieht. Kein Wunder, wenn diese Mahlzeit das Kind nicht glücklich macht, sondern grantig.

Ähnliches muss auch in Gary Barlow und seinen Gefährten des einstigen Boyband-Prototypen Take That vorgehen, wenn sie Geschenke ihrer lieben Fans sichten. Statt Teddys kredenzen die ihnen jetzt Grünkohl, erzählte der Sänger in einem Interview. Schönen Dank auch. Hat etwa irgendein Rockstar schon mal von Sex, Drugs and Grünkohl geschwärmt? Doch freundlich, wie der gemeine Brite ist, verlor Barlow hierzu kein böses Wort.

Eine kleine Trotzreaktion bei der nächsten Tour könnte man der Band dennoch nicht verdenken. Da das klassische Sich-theatralisch-zu-Boden-Werfen zu einem unnötigen Sanitäter-Einsatz führen kann, ist alternativ ein Programm nur mit Hits der Backstreet Boys denkbar.

Damit es gar nicht erst wieder so weit kommt, hier ein Rat an die Fans: Im Happy-Meal-Karton liegt zur Milderung des vitaminbedingten Missmuts ein kleiner Hamburger. Also einfach zum Grünkohl noch einen Tetra Pak Glühwein auf die Bühne werfen.