Magdeburg l Was für Trump der Kim Jong-un, das war für den römischen Kaiser Nero der Parther-König Vologases. Nero drohte mit gewaltiger Vernichtungskraft. Vologases narrte die römischen Legionen. Im Jahr 58 - Nero hatte gerade viele eigene Regierungsmitglieder gemeuchelt und brauchte gute PR - einigte er sich mit dem alten Parther-Fuchs und fast gleichzeitig wurden die Propaganda-Münzen geschlagen, die den Nero als Friedensbringer priesen. Es gibt sie heute noch als wertvolle Sammlerstücke. Aber sie haben das Image des Nero nicht nachhaltig verbessern können. Trump hingegen ließ schon Münzen prägen, bevor der Frieden geschlossen war. Sie werden jetzt veramscht. Der Andenkenladen im Weißen Haus bietet sie zum zum Sonderpreis von 19,95 Dollar (rund 17 Euro), herabgesetzt von 24,95 Dollar. Anders als im Falle Neros entspricht diese Münze ziemlich genau der Persönlichkeit des „Dealmakers“: Glamourös, aber ohne inneren Wert. Schon vor Jahrzehnten mussten schon New Yorker Banken schmerzvoll einsehen, dass leere Versprechen Trumps Geschäftsmodell sind.

Die falsche Münze bildet Trumps Regierungszeit wahrhaftig ab. Aber sicher wird sie in 2000 Jahren kein Sammlerstück sein. Ihr Verfallsdatum erreicht sie schon in ein paar Jahren.