Magdeburg l Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester ist immer gut für Spontanbesuche bei Freunden oder Verwandten. Natürlich muss man auch eine Kleinigkeit mitbringen. Besonders beliebt: Eine Flasche Champagner (kein Billigsekt!). Die signalisiert dem Gastgeber, dass er dem Schenker durchaus etwas wert ist.

Der Champagner wird in den seltensten Fällen sofort mit dem Gast geleert – der hat ihn ja nicht gekühlt verschenkt. Und zimmerwarm geht gar nicht. Zum Einfachmalsozwischendurchtrinken ist das Getränk auch zu teuer. Also wird die Flasche auf dem Küchenregal für einen würdigen Einsatzzweck geparkt. Der kommt meist total spontan – und der Schampus ist wieder nicht kalt genug. In neun von zehn Fällen trinkt ihn der Beschenkte überhaupt nicht. Sondern nutzt ihn als wertiges Mitbringsel bei der nächsten Spontaneinladung. Damit funktioniert der Edel-Sprudel quasi als heimliche Währung.

In einer semi-wissenschaftlichen Untersuchung, dazu wurden mehrere Champagnerflaschen unauffällig markiert und im Freundeskreis als Gastgeschenk bei Spontan-Einladung in Umlauf gebracht, kamen im Lauf eines halben Jahres fünf von zehn Buddeln zum Erst-Schenker zurück. Und bestätigten damit die Wanderpokal-Theorie – eine Flasche Champagner wird viel öfter verschenkt, als getrunken.

Haben Sie auch solche Wanderpokale in Warteposition auf dem Küchenschrank? Ab in den Kühlschrank damit und in den nächsten Tagen mit lieben Menschen austrinken. Wobei: Eine Flasche sollten Sie vielleicht in Reserve behalten. Für die nächste Spontan-Einladung.