Prag l Waschen, föhnen, ewig rumsitzen. Dies ist eine Geschichte für alle, die rund um das Thema Friseur eher das Unkomplizierte schätzen: kurz und schmerzlos. Kleiner Nachteil: Das Wann und Wo ist eine Art von unwägbar. Und auch das Wie.

Örtlich lässt sich das Phänomen auf die Prager Verkehrsbetriebe eingrenzen. Hier betätigt sich ein unheimlicher Hobby-Friseur. Ahnungslose Straßenbahnpassagiere bestaunen im Vorbeifahren den Wallenstein-Palast oder die Prager Burg, während ihnen vom geheimnisvollen Unbekannten die Haare frisiert werden – im Sinne von ritsch-ratsch-ab.

Mindestens fünf Frauen ist es in den letzten Tagen schon so ergangen. Inzwischen jagt die Polizei den, haha, hinterhältigen Hairminator per Fahndungsaufruf. Ihm drohen, vorausgesetzt er wird erwischt und verurteilt, bis zu zwei Jahre Haft wegen Störung der öffentlichen Ordnung. Dabei wollte er doch nur die Haare schön. Allerdings nicht seine eigenen.