Damaskus | Der Pickup Toyota Landcruiser ist Hauptdarsteller in fast jedem Werbevideo der Terrorbande Islamischer Staat. Das Maschinengewehr stets hinter der Fahrerkabine montiert, zwei Schützen auf der Mini-Laderampe. Er ist der Klassiker bei allen Parteien in den Kriegen von Tripolis bis Damaskus. Ob Peshmerga oder Kopfabschneider: Alle fahren Toyota. Ein Auto wie eine Kalaschnikow. Überall zu bekommen, robust und einfach in der Bedienung. Auch das Rote Kreuz fährt Landcruiser. Mittlerweile sind 50 Prozent aller Pkw in dieser Region leicht aufrüstbare Pickups. Nun haben auch die Europäer diesen boomenden Markt entdeckt.

Fiat hat den Mitsubishi, der in Bürgerkriegsgebieten auch einen guten Namen hat, kopiert und nach dem Verteidiger im Football „Fullback“ genannt. Man hat ihn bisher nur den Einkäufern in Dubai vorgestellt, wo es die meisten Interessenten für freiverkäufliches Kriegsgerät gibt.

Auch Mercedes will bis 2020 einen Pick-up bauen. Man rechnet wohl damit, dass der Bedarf anhält. Zweifelhaft ist aber, ob die Europäer mit ihren komplizierten Fahrzeugen den bewährten einfachen Japanern Konkurrenz machen können. Schon US-Behörden gingen dem Verdacht nach, dass sein Erfolg nicht mit rechten Dingen zugehen könne. Vor allem wunderten sie sich über die Beliebtheit des Landcruisers beim Islamischen Staat. Warum nur hat Toyota einen Van im Firmenangebot ISIS getauft? Die Herren in Tokio versicherten jedoch, dass man keine Fahrzeuge an Terrorgruppen verkaufe.