London l Kaum ist James Bond nicht mehr James Bond, rennt sein Kampfgeist mit nem Cocktail in der Hand nackig über die Wiese. Dabei spielte Daniel Craig seine Rolle des todesmutigen Plattmachers doch so überzeugend, dass ihn stets eine Aura der Ehrfurcht umgab. Hätte man ihn damals an einer Supermarktkasse ertappt, wie er sich in der Schlange dreist vor einen drängelt, dann wäre man nicht etwa in Motzerei verfallen, sondern hätte vorsichtshalber für ihn mitbezahlt. Inzwischen hingegen würde man Craig in solch einem Fall wohl sorglos mit dem Wagen in die Hacken fahren. Denn er nimmt es nicht einmal mehr mit seinen Nachbarn auf.

Schon vor Tagen berichtete der britische „Telegraph“, dass sich Anwohner offen mit ihm anlegen. Ihre Mission: Einen Baum in Craigs Garten liquidieren lassen. Deren Wurzeln, sagen sie, richten auf dem Nachbargrundstück Schäden an. Ihre Waffe: Ein Antrag beim Gemeinderat. Den haben sie dem Vernehmen nach schon eingereicht. Doch anstatt sich todesmutig in die Schlacht um seine Platane zu werfen – es muss ja nicht gleich mit der Walther PPK sein – , gibt Craig den Agenten mit der Lizenz zum Aussitzen. Bis heute hat er sich zu der Affäre nicht einmal zu Wort gemeldet.

Aber er ist ja nicht der erste James Bond, der im Ruhestand weicher wird. Denken wir an seinen Vorgänger Pierce Brosnan. Der tänzelte nach seinem letzten 007-Film durch die Musical-Verfilmung von „Mamma Mia!“. Statt sich aus seiner amourösen Notlage selbst zu befreien, flehte er singend um Hilfe: „SOS!“