Palma (dpa) l Die weiß-rosa Pracht der Mandelblüte kann normalerweise erst ab Ende Januar bewundert werden. Was Ausflügler und Touristen wegen des herrlichen Anblicks begeistert, dürfte für die Bauern negative Folgen haben, denn auch auf der spanischen Urlaubsinsel drohen im Winter späte Frosteinbrüche. Dies könnte die Blüten und die jungen Früchte nachhaltig schädigen.

Grund für die vorgezogene Blütezeit sind die ungewohnt hohen Temperaturen, die Spaniens Wetterdienst zufolge im Dezember auf Mallorca herrschten: Im Osten der Insel verzeichnete die Ortschaft Artà am ersten Weihnachtstag eine Rekordtemperatur von 23,1 Grad.

Derzeit gibt es auf Mallorca rund zwei Millionen Mandelbäume. Neben den drohenden Frostschäden bereiten den Landwirten aber auch die Auswirkungen des Feuerbakteriums "Xylella Fastidiosa" Kopfzerbrechen. Der Erreger, der in Italien 2015 zu einem massiven Olivenbaumsterben geführt hatte, wurde Ende 2016 auch auf Mallorca identifiziert – und hat neben Olivenbäume auch Weinreben und Mandelbäume befallen.

Dem örtlichen Landwirtschaftsministerium zufolge fielen bisher vor allem alte und schlecht gepflegte Bäume dem Bakterium zum Opfer. Wie ein Sprecher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur sagte, sind in erster Linie einheimische Sorten betroffen. Diese hätten nie eine Resistenz gegen die von außen eingeschleppte Krankheit entwickeln können.

Von Behördenseite aus empfehle man den Bauern deshalb die Einführung neuer Sorten. "Diese sind nicht nur resistenter gegenüber dem Bakterium, sondern blühen auch erst Ende Februar bis Anfang März, wenn die Frostgefahr vorüber ist", so der Sprecher.

Ein Ende der Postkartenidylle droht übrigens trotz Feuerbakteriums und Klimawandels nicht: Die Zahl der Mandelbaum-Neupflanzungen bleibt auch dank Geldern aus der Touristensteuer zumindest derzeit stabil.