Karlsruhe (dpa) l Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die Rechte von Pauschalurlaubern gestärkt, die sich im Ausland in ihrem Hotel verletzen. Reiseveranstalter müssen nach einem Urteil vom Dienstag dafür sorgen, dass ihre Hotelanlagen dortigen Sicherheitsvorschriften entsprechen, und ein Gericht muss dies im Klagefall prüfen. Der Verweis auf Warnschilder allein reiche nicht, so der zuständige BGH-Senat.

Er hob ein Urteil des Oberlandesgerichtes (OLG) Celle auf und verwies die Sache zurück (Az.: X ZR 110/18). Damit kann ein gehbehinderter Mann aus Bremen weiter auf Entschädigung hoffen, ist aber noch längst nicht am Ziel. Sollte bei der Neuverhandlung deutlich werden, dass die Hotelanlage gegen örtliche Sicherheitsstandards verstoßen haben, sei der Kläger einen großen Schritt weiter, sagte sein BGH-Anwalt Andreas Hansmeier nach der Verhandlung. Das OLG Celle hatte diese Frage offengelassen und den Mann mit seiner Klage abblitzen lassen, ebenso wie zuvor das Landgericht Hannover.

Der Kläger aus Bremen war im März 2016 am Tag nach der Anreise auf der spanischen Insel Lanzarote vor dem Hoteleingang gestürzt. Er hatte versucht, beim Verlassen des Hotels eine regennasse Rollstuhlrampe hinabzugehen und sich bei dem Sturz die Hand gebrochen. Er will unter anderem gut 10.500 Euro zurückhaben und beansprucht Schmerzensgeld und Schadenersatz.